In schöner (Un-)Regelmäßigkeit werden Norovirus-Infektionen bekannt. Und stets ist der zahlenmäßige Umfang der davon Betroffenen nicht klein, hat manchmal fast endemische Ausmaße. Was ist aber das Gefährliche am Norovirus? Warum bereitet es so große Schwierigkeiten bei Prophylaxe und Behandlung?

Ein Problem stellt die Resistenz des Virus gegenüber Umweltbedingungen dar. Auch die üblichen Methoden und Mittel zur Desinfektion greifen nur unzureichend. Dazu kommt:  Eine Übertragung des aggressiven Virus ist schon direkt zu Beginn der Krankheit möglich. Daher werden infizierte Personen ggf. nicht früh genug isoliert. Denn die gastrointestinalen Symptome sind oft anfangs nicht so ausgeprägt, dass mit dem Vorliegen dieses Erregers gerechnet wird. Und: noch etwa 2 Tage nach Abklingen der Symptomatik  können Noroviren ausgeschieden werden. Nach  Meinung einiger Experten sogar unter Umständen noch mehrere Wochen danach.

Der Infektionsweg: die berühmt-berüchtigte Schmierinfektion. Kontaminierte Getränke, Speisen, Gegenstände kommen als Übertragungswege ebenso in Betracht wie direkte oral-fäkale Infektion. Daher gilt: peinlichste Sauberkeit  und das Einhalten einwandfreier Hygiene sind die besten Schutzmaßnahmen. Das gilt selbstverständlich erst recht beim Kontakt mit an Noroviren Erkrankten.

Die Symptomatik ist bei voll ausgeprägtem Krankheitsbild gravierend: Erbrechen im Schwall, auch mit Blutbeimengungen durch Einrisse der Oesophagus (Speiseröhren)-Schleimhaut, massive, wässrige Durchfälle mit Gefahr der Exsikkose, Temperaturanstieg und Nausea (Übelkeit), schweres Krankheitsgefühl und anderes mehr.

Besonders ältere Menschen und Kinder sind - wie immer bei Erkrankungen mit Flüssigkeitsverlusten - in erheblichem Maß wegen der erwähnten Exsikkose gefährdet.

Es kann übrigens - ganz unabhängig vom jeweils aktuellen Erreger - gerade bei Säuglingen und Kleinkindern nicht deutlich genug davor gewarnt werden, den Flüssigkeitsverlust bei insbesondere fieberhaften Gastroenteritiden (Magen-Darm-Erkrankungen) zu unterschätzen! Die Kinder verlieren in derartigen Fällen auf drei Wegen Flüssigkeit: durch das Erbrechen, die Durchfälle und die erhöhte Verdunstung über die Körperoberfläche!

Die Therapie bei Norovirus-Infektionen besteht in symptomatischen Maßnahmen: Trinken, Ersatz des Verlustes an Elektrolyten, Bettruhe, ggf. ist Behandlung im Krankenhaus angezeigt.